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#StadtLandInfo: Frauen

In diesem Monat hat Susanne ein wirklich wichtiges Thema angestoßen: Frauen. Das sind ihre Fragen:

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Sie selbst hat auch noch einen Beitrag zu Frauen-Jobs und Kinder geschrieben. Ich möchte damit anfangen. Ich habe zwei Kinder in größeren Städten (ca. 500 000 Einwohner) bekommen. Beim ersten Kind habe ich zwei Jahre ausgesetzt. Das war so geplant, es hätte aber auch keine Krippen-Plätze gegeben. Das zweite Kind mitten im Referendariat – Vollzeit, mehr noch, im Ref gibts nur 150%…  mindestens! Dafür gab es Krippenplätze, sogar von 7-18 Uhr, davon Kernzeit, in der die Kinder da sein sollten von 8-16 Uhr. Das war eine sehr anstrengende Zeit für alle (Der Ex arbeitete Vollzeit an einer Ganztagsschule). Das Familienleben litt: unter der Betreuungssituation, unter der Arbeit, unter allem. Getrennt, alleinerziehend und mit neuem Job kam ich dann aufs Land. Kita-Plätze waren kein Problem, aber nur insgesamt 6h in der Zeit von 7:30-16Uhr, freitags nur bis 13 Uhr. Die meisten Mütter holten ihre Kinder mittags ab und brachten sie gegen 14 Uhr nochmal für 2h. Immerhin, es gab sogar ein warmes Mittagessen für die paar „Mittagskinder“ – von den Erzieherinnen gekocht. K1 ging dann aber schon in die Schule und die längste Betreuungsmöglichkeit ging bis 15 Uhr – außer Freitags natürlich. (Nach diversen Umfragen zu urteilen wird von den Eltern keine längere Betreuung benötigt.)

Ich arbeite, seit ich auf dem Land wohne, nur 75%. Das ist gerade so machbar, hängt aber von meinem Stundenplan ab – ein guter macht es mir leichter, ein schlechter macht es anstrengender. Um die Nachmittage frei zu haben, bekam ich meinen Unterricht bis maximal 15 Uhr geplant. Die Vorbereitung machte ich morgens ab 4 Uhr. Das habe ich jahrelang so gemacht. Dann kamen ein neuer Mann, K3 und K4. Inzwischen scheinen hier mehr Mütter zu arbeiten, denn z.B. Muttertagsfeiern werden netterweise in den Nachmittag gelegt. Bei K2 fand sowas immer nur vormittags statt … Soweit also. Wir wurschteln uns so durch. Zur Zeit ist es etwas entspannter, weil der Mann bis Januar auf 65% reduziert hat. Optimal ist das alles nicht. Die rechnenden Kollegen machen mir Angst, weil ich nicht voll arbeite, dass ich später arm sein werde. Die Karrieremöglichkeiten ziehen so an mir vorbei – Stellen für Fachberater oder Ausbildungslehrer für Referendare werden immer mal ausgeschrieben. Leider alles in der großen Stadt – 1,5h Autofahrt für eine Strecke. Leider nicht vereinbar. Fortbildungen ebenso. 3h Fahrt für 2,5-3h Fortbildung sind irgendwie kein gutes Verhältnis.

Bezahlbar ist die Kita übrigens, weil 4 Kinder im Haushalt wohnen… Das ist der Kita-Satz für K3.

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Thema Gleichberechtigung. Ich bekomme öfter von (nicht nur männlichen) Kollegen suggeriert, dass ich als Frau mich ja in erster Linie um die Kinder zu kümmern hätte. Ich fühle mich dann immer um ca. 50 Jahre zurück versetzt. Ich kenne und will es nicht anders. Ich liebe meine Kinder, keine Frage. Aber ich bin deshalb nicht ausschließlich Mutter. Meine ging wieder arbeiten als ich 20 Wochen alt war. In der DDR war das normal. Ich wünsche mir, dass es für meine Kinder ebenso normal ist, dass Frauen Kinder haben UND arbeiten – und zwar so, wie jede es möchte und für ihr Leben stimmig findet. Und ganz ehrlich: Frauen machen ihre Arbeit so super, die könnten auch bei 75% voll bezahlt werden! 😉 Der Mann hat glücklicherweise auch eine Ost-Sozialisation hinter sich und trägt damit unser Gleichberechtigungskonzept voll mit.

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