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über Teilzeitarbeiten in Elternzeit

Kind3 ist jetzt 5 Monate alt. Bei fast jeder Begegnung mit Menschen, die wir nicht so oft sehen, kommt aber die Frage „Schaffst du schon wieder?“ – und das ist schon recht verwunderlich in einer Umgebung wo die Frauen meist mindestens bis zum 3. Geburtstag des Kindes zu Hause sind. Ich weiß noch nicht so recht, wie das zusammen passt. Gelegentlich ernte ich auch überraschte Blicke, wenn ich die Frage mit „ja“ beantworte.

Ich will etwas darüber schreiben, wie wir uns so organisiert haben und warum ich wieder arbeiten gehe. Ich schreibe dazu nichts zum finanziellen Aspekt, denn natürlich wird mir einiges vom Elterngeld abgezogen. Aber das Finanzielle war kein Grund, wieder arbeiten zu gehen.

Erstmal zur Situation. Ich bin mir sehr bewusst darüber, dass ich mit der Gesamtsituation in einer Art privatem Luxus lebe: K3 ist unglaublich friedlich und entzückend. Er hat einen recht festen Stillrhythmus und wenn es etwas später wird, lässt er sich ganz gut ablenken. Außerdem habe ich einen Beruf, in dem ich den einen Teil sehr gut zu Hause zu einer Zeit erledigen kann, der ins Familienleben passt. Den anderen Teil konnte ich dank des Entgegenkommens meines Chefs und guter 2015-06-12 10.12.30Vorausplanung ebenfalls wunderbar reinorganisieren. Mit Vorausplanung meine ich, dass Teilzeitarbeit als Lehrer mindestens 7 Unterrichtsstunden umfasst. Da ich aber einen epochalen Oberstufenkurs (also nur ein Halbjahr) hatte, der aber aufs ganze Schuljahr angerechnet wird und in den letzten Jahren immer mehr Stunden gearbeitet habe, die ich abbauen muss, bin ich bei wöchentlich 4 Unterrichtsstunden. Dann kommt die super Unterrichtsplanung meiner Schule dazu: Mein Mann arbeitet montags und freitags von zu Hause aus. Genau an diesen beiden Tagen sind je 2 Unterrichtsstunden, montags sogar im Vormittagsprogramm, in dem K3 oft noch schläft. Freitags fällt mein Unterricht in die Zeit, in der der Mann sowieso das Mittagessen für alle kocht. Mein Schulweg ist etwa 5 Minuten (mit dem Rad). Solch perfekte Rahmenbedingungen sind eher selten und ich hätte mich fürchterlich geärgert, wenn ich das nicht genutzt hätte. 2015-06-12 12.55.47

Das ist ein Grund, warum ich seit K3 2 Monate alt ist, arbeiten gehe ist: weil ich es kann. Das klingt banal, aber es trifft es sehr gut. Ich kann es, weil die Rahmenbedingungen stimmen. Weil K3 sehr friedlich ist (Unterricht muss ja auch vorbereitet, Klausuren korrigiert werden und auch das klappt.). Weil ich es mir zutraue, neben Familie und Haushalt und so. Außerdem habe ich so zwei Mal in der Woche Interaktionen fern ab vom Windel wechseln. Das ist für mich eigentlich der Hauptgrund: ich sehe andere Menschen (im Lehrerzimmer und im Klassenzimmer), führe andere Gespräche als mit K3 und kann meinem Beruf entsprechend arbeiten. Das stimmt mich immer wieder aufs Neue froh. Da ich den Oberstufenkurs schon mehrfach unterrichtet habe, dachte ich so bei mir, dass ich davon ja vieles übernehmen könnte. Allerdings stellt es sich nun immer wieder heraus, dass ich so viel Zeit habe um alles perfektionistischer anzugehen und die ganzen Unterrichtsabläufe und Materialien schöner, flüssiger, passender zu machen. Naja.

Übrigens: eine zufriedene Mama ist eine gute Voraussetzung für ein zufriedenes Baby 😉

Ich habe das Gefühl, dass ich dadurch sogar mehr schaffe, weil ich alles etwas mehr organisieren muss und mich nicht so durch die Zeit treiben lassen kann wie noch mit K1. (ok, mit K1 habe ich damals recht schnell ein Drittfach zu studieren angefangen.)

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2 Kommentare zu „über Teilzeitarbeiten in Elternzeit

  1. Das ist echt super das du da so viel Glück hast. Bei uns in der Pflege, ich bin Krankenschwester kann man das vergessen.

  2. Das stimmt. Deshalb hätte ich mich auch echt geärgert, wenn ich es nicht genutzt hätte. Eigentlich müsste es in allen Berufen möglich sein, sodass man als Frau / Mutter eine echte Wahl hat, arbeiten zu gehen, wenn man es möchte.

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